Internationale Sommerakademie für Journalismus und PR in Liechtenstein

Trainingscamp für Jungjournalisten

Sophie.Fessl.Sommerakademie14_01

Intensiv. Zwölf Studierende absolvierten erfolgreich die fünfte Internationale Sommerakademie für Journalismus und PR an der Universität Liechtenstein. Jetzt geht es mit vielen Eindrücken zurück in die Heimat.

Was geschah gestern in der Welt und was sind die Schlagzeilen von morgen? Jeder Morgen begann für die Teilnehmer der Internationalen Sommerakademie für Journalismus und PR an der Universität Liechtenstein mit einem Blick in die Zeitungen des Tages. Und mit der Frage: Woran arbeiten wohl heute die Zeitungen der Region? Vier Wochen lang übten 12 Jungjournalisten zwischen 24 und 41 Jahren aus Deutschland, Österreich, Südtirol und Weissrussland den Alltag in einer Zeitungsredaktion. Das Ziel der Sommerakademie: Die Teilnehmer sollen die Grundlagen des Journalismus lernen. Bereits zum fünften Mal vergab die Regierung des Fürstentum Liechtenstein dafür zwölf Stipendien. „Die Sommerakademie ist für viele junge Talente eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Sie soll den Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Ausserdem sollen die Jungjournalisten realistische Eindrücke von Liechtenstein, seiner Wirtschaft und seinen Menschen in die Redaktionen tragen“, erklärt Lehrgangsleiterin Claudia Schanza die Intention.

Praxisnahes Arbeiten
Wie schreibe ich einen Bericht? Wie führe ich ein gutes Interview? Wie recherchiere ich eine Reportage? All das und mehr lernten die Studierenden in diesem Lehrgang. Einführungen in die Theorie und praktische Übungen wechselten einander ab. Abends galt es, das Gelernte in Hausübungen auszuprobieren. Trainiert wurden die Studierenden von Journalistin Claudia Schanza, die seit fünf Jahren die Sommerakademie leitet. In den ersten zwei Wochen begleitete auch Astrid Zimmermann vom Österreichischen Presseclub Concordia die Sommerakademie. Mit Rotstift bewaffnet gaben die beiden erfahrenen Journalistinnen wertvolle Tipps, Kritik und Verbesserungsvorschläge. „Ich sass oft bis in die Nacht hinein an den Hausübungen. Aber die Praxis war sehr wertvoll. Ich kann viel für meine Zukunft mitnehmen“ schildert Claudia Thaler (27) aus Innsbruck die harte Arbeit, aber auch den Lohn der Sommerakademie.

Tipps und Tricks der Profis
Journalisten und Medienprofis aus dem deutschsprachigen Raum vertieften das Programm. Claas Relotius, Preisträger des Deutschen Reporterpreis 2013, leitete einen Workshop zur Reportage. Auch zwei ehemalige Absolventen der Sommerakademie kamen wieder. „Es ist sehr schön zu sehen, dass die Saat aufgeht. Heuer waren zwei Absolventen hier, die bereits bei der SDA und der Schweizer Handelszeitung arbeiten und nun als Vortragende aufgetreten sind“, freut sich Claudia Schanza. Nicolai Morawitz, der mittlerweile bei der Schweizer Depeschenagentur beschäftigt ist, führte in den Datenjournalismus ein. Stefan Mair, Ressortleiter bei der Schweizer Handelszeitung, steckte die Studierenden mit seiner Begeisterung für Wirtschaftsjournalismus an. Und Polizeisprecher Christian Owsinski gab Tipps für Krisenkommunikation und die Zusammenarbeit der Medien mit der Polizei.

Land und Leute
Aber die Jungjournalisten verbrachten ihre Zeit nicht nur im Lehrsaal. Sie schwärmten auch im Land aus und schrieben viele Artikel für das „Volksblatt“. „Mein Highlight war die Medienkonferenz beim Fürstenfest, gleich am Schloss beim Fürsten. Wir haben die ganze Fürstenfamilie getroffen“, erinnert sich Alexandra Schiffauer (24) aus Graz an die Entstehung ihres Artikels über den Medienrummel beim Fürstenfest. Auch sonst war sie von Liechtenstein beeindruckt: „Die Menschen hier sind so freundlich, offen und hilfsbereit. Für mich war die Zeit in Liechtenstein eine tolle Erfahrung.“ Nach vier Wochen intensiver Arbeit ist die Pinnwand im Lehrsaal voll mit Zeitungsartikeln. Und es werden noch mehr folgen: In der letzten Arbeistwoche fragten die Teilnehmer bei Strassenumfragen die Bevölkerung nach ihrer Meinung zu aktuellen Themen.

Erfahrung und Kontakte
Im Gepäck haben die Jungjournalisten nun viele Eindrücke von Liechtenstein, neue Kontakte und wertvolle Erfahrungen – auch über sich selbst. „Ich habe keine Angst mehr vor dem leeren Blatt, weil ich weiss, dass ich jetzt auch in kurzer Zeit eine Geschichte schreiben kann“, resümiert Pallina Milling (26) aus Weissrussland. Zehn ECTS-Punkte nehmen die Studierenden auch noch mit. Nächstes Jahr trainieren die nächsten 12 Teilnehmer das journalistische Handwerk. Ab Frühjahr können sich junge Talente für die sechste Sommerakademie bewerben, die vom 3. bis 28. August 2015 stattfindet.

Mehr Info: www.uni.li/journalismus

Links zu meinen erschienenen Artikeln:
Zwischen Gafadura und Bodensee
Kinder entdecken die neue Schatzinsel
S-Bahn FL-A-CH scheidet die Geister

Advertisements