Podcast Love

Call me technologically challenged, but I have absolutely no idea how this episode of “This American Life” from 2011 popped up in my downloaded podcasts. But I’m lucky it did, as it made for an hour or so of entertaining, thought-provoking, insightful listening – on poultry. “Poultry Slam” is a sort-of annual tradition of TAL, an episode dedicated to all things chicken, turkey and other poultry. In this episode from 2011, expect stories on how a tic-tac-toe playing chicken was (nearly) used to get a wrongly convicted man off death row, how a wild turkey terrorized a sleepy town on Martha’s Vineyard, and how to make cruelty-free foie gras. And I wouldn’t blame you if you started craving roast chicken half-way through…


This American Life: Poultry Slam 2011

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Eine Landkarte im Gehirn

Edvard Moser fand ihn unter seinen entgangenen Anrufen: den Anruf des Stockholmer Nobelpreiskommitees. Erst als er in München aus dem Flugzeug stieg, erfuhr der norwegische Forscher, dass er einer der Nobelpreisträger 2014 für Physiologie sei. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und Ko-Gruppenleiterin May-Britt Moser und dem britisch-amerikanischen Forscher John O’Keefe, bei dem die Mosers eine kurze Zeit lang forschten, erhält er den Nobelpreis für die Entdeckung der “Landkarte im Gehirn”.

Bereits 1971 entdeckte John O’Keefe Nervenzellen, die Ratten als Kompass dienen. Er taufte sie “Platzzellen” (englisch: place cells). Läuft die Ratte durch den Käfig, sendet eine Platzzelle ein Signal, wenn die Ratte beim Futterspender steht, während eine andere Platzzelle sendet, wenn die Ratte in der hinteren Käfigecke hockt. Eine Platzzelle feuert also immer dann ein Signal ab, wenn sich die Ratte an einem bestimmten Punkt befindet. An jedem Ort feuert nur eine geringe Zahl an Platzzellen, die sich in einer speziellen Hirnregion, dem Hippocampus, befinden. So kodieren die Signale von nur wenigen Nervenzellen jeden Punkt in der Umgebung.

Nur eine Schaltstelle zwischen Nervenzellen, Synapse genannt, trennt Platzzellen und “Koordinaten-Zellen”. Zwischen der Entdeckung von Platzzellen durch John O’Keefe und der ersten Beschreibung von Koordinaten-Zellen (englisch: grid cells) durch May-Britt und Edvard Moser verstrichen aber über 30 Jahre. 2005 entdeckten die beiden Norweger ein Koordinatensystem im Gehirn von Ratten. Sie zeichneten dafür, ähnlich wie O’Keefe, die Signale auf, die Nervenzellen senden. Anders als O’Keefe konzentrierten sie sich auf Signale von Nervenzellen im sogenannten entorhinalen Kortex. Das “Feuern” von Nervenzellen klingt beim Aufzeichnen wie das Poppen von Popcorn in der Mikrowelle: jedes Signal ist ein “Pop”. Wenn eine Ratte durch eine experimentelle Umgebung läuft, das ist meistens einfach eine Kiste, hörten die Forscher immer wieder ein Pop. An manchen Orten aber “poppte” es ganz besonders häufig, wie wenn das meiste Popcorn im Sackerl aufspringt.

Zeichnen wir an jedem Ort, an dem sich die Ratte befindet, wenn eine Koordinatenzelle am meisten “poppt”, einen Punkt, entsteht rasch ein faszinierendes Muster: die “Pops” konzentrieren sich auf Sechsecke, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. Alle Koordinatenzellen feuern in diesem sechseckigen Muster. Bei manchen Koordinatenzellen sind die Sechsecke aber größer oder kleiner, nach links oder rechts verdreht, oder näher oder weiter von einander entfernt. Dieses Koordinatensystem legt sich über den ganzen Raum der Ratte: wie der Längen- und Breitengrad jeden Ort der Welt bestimmen, definieren eine Handvoll Koordinatenzellen jeden Punkt in der Umgebung der Ratte.

Ratten haben noch mehr Nervenzellen, die nur an bestimmten Orten oder Positionen Signale senden: “Kopfrichtungszellen” feuern, wenn die Ratte den Kopf in eine bestimmte Himmelsrichtung hält, “Grenzzellen” senden Signale, wenn die Ratte in einem bestimmten Abstand von einer Wand läuft. Platzzellen und Koordinatenzellen bilden, zusammen mit den Kopfrichtungszellen und Grenzzellen, eine “Landkarte” im Gehirn der Ratte. Mit dieser Landkarte hat die Ratte auch im Dunkeln und in einer neuen Umgebung immer eine Darstellung davon, wo sie ist und wohin sie sich bewegt.

Ein ähnliches GPS befindet sich vermutlich auch in unserem menschlichen Gehirn. Edvard Mosers Platzzellen und Koordinatenzellen, die gerade feuerten, als er von seinem Nobelpreis erfuhr, sind wahrscheinlich untrennbar mit Freude verbunden.

Paper von John O’Keefe und Jonathan Dostrovsky:

Paper von May-Britt Moser und Edvard Moser

Podcast Love

So, John O’Keefe, May-Britt Moser and Edvard Moser got a call from Stockholm yesterday morning. The Nobel Prize in Physiology 2014 is theirs, for the discovery of “the brain’s GPS”, as many like to call it. If you’d like to hear the Mosers themselves talk about their discovery of grid cells, and how they came to study them, this short podcast from the New York Times recorded back in April 2013 is worth listening to. Their enthusiasm is infectious – or how many scientists are likely to describe electrophysiological recordings from the brain as “like popping popcorn in the microwave”?


Science Times Podcast with May-Britt and Edvard Moser

And the winners are… Nobel Prize in Physiology or Medicine 2014

Nervous chatting in the press room, press photographers taking up position in front of the speaker’s podium: It’s time for the announcement of the first Nobel prizes in this year’s series, in Physiology or Medicine. The giant clock on the Nobelprize website has ticked down to 15 seconds before the announcements. Journalists in the room take selfies with their invites to the press conference at the Karolinska Institutet. Silence descends. And in comes Göran K. Hansson, Secretary of the Nobel Committee for Physiology or Medicine. He announces that they have decided to award the prize

with one half to John O’Keefe
other half jointly May-Britt Moser and Edvard I. Moser

for their discoveries of cells that constitute a positioning system in the brain.

First in Swedish, then in English, German, French, presumably Russian. And now the googling starts what they did!